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Burgruine

Irgendwie gehören Burgen und Eisenbahn, zumindest was die Modellbahn betrifft, einfach zusammen. Zwar gibt es neben Kunststoff-Bausätzen auch einige Fertigmodelle aus Hartschaum zu kaufen, doch kennt man diese mittlerweile von unzähligen Anlagen.

Wer eine inividuell gestaltete und einzigartige Burg oder Burgruine auf seiner Anlage präsentieren möchte, muss zum Selbstbau übergehen. Wie eine solches Modell entstehen kann, wird Ihnen in den folgenden Einzelschritten anhand einer Burgruine im Maßstab 1:160 (Spur N) demonstriert.

Im ersten Schritt gilt es den Grundkörper für das Modell zurecht zu bauen. Als Basismaterial verwende ich dafür Styrodur. Dieser Hartschaum ist deutlich feinporiger als Styropor und lässt sich deswegen ausgezeichnet bearbeiten. Zudem ist er trotz seinem geringen Gewicht ausreichend stabil.

Die einzelnen Teile für den Grundkörper werden aus dicken Styrodur-Platten zurechtgeschnitten. Dünne Styrodur-Platten lassen sich problemlos mit einem scharfen Bastelmesser schneiden. Dickere Platten können mit einem Küchenmesser mit Sägezähnen oder einer Holzsäge zerteilt werden. Die Kanten sollten nach dem Grobzuschnitt mit einer Feile geglättet werden.

 

 

 

Nun können die einzelnen Teile des zusammengeklebt werden. Dafür eigenet sich Holzleim, wie zum Beispiel  PONAL.

 

 

 

 

 

 

 

 

Während der Klebstoff aushärtet, können die Verkleidungsteile für den Grundkörper entstehen. Dafür verwende ich Hartschaum-Mauerplatten aus dem HEKI-Dur-Sortiment (hier HEKI 70132 "Natursteinmauer behauen"). Diese lassen sich wunderbar mit dem Bastelmesser zuschneiden und weisen eine gute Struktur für die spätere Farbbehandlung auf.

 

 

 

 

 

 

 

Damit auch die Übergänge an den Ecken harmonisch wirken, müssen dort die Hartschaumplatten angefast werden. Auch das lässt sich problemlos mit dem Bastelmesser bewerkstelligen. Dabei sollten auch gleich die Öffnungen für Fenster oder Durchgänge ausgeschnitten werden. An diesen Stellen sollten auch in den Grundkörper Aussparungen eingebracht werden, um hinter den Fenstern eine Tiefenwirkung zu erzeugen.

Diese Aussparungen sollten dann mit lösemittelfreier schwarzer Farbe (z. B. Dispersionsfarbe) ausgemalt werden.

 

 

 

 

Nun können die zugeschnittenen Mauerplatten an den Grundkörper geklebt werden. Dabei sollten auch für die Innenseite später sichtbarer Burgmauern Hartschaumplatten zugeschnitten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Innenteile werden dann direkt an die Außenteile geklebt.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nächsten Schritt sollten die Mauerabschlüsse verspachtelt werden, um so die noch sichtbaren Spalten zwischen den Innen- und Außenplatten zu verschließen. Ich habe dafür den Holz-Reparaturspachtel von Molto verwendet. Dieser lässt sich am besten mit den Fingern auftragen und sorgt durch seine körnige Konsistenz für einen realistischen Eindruck von abgetragenem Gestein.

Danach kann die Kolorierung der sichtbaren Bodenflächen erfolgen. Dies ist wichtig, da später keine grellen Flächen von ungefärbtem Styrodur zu sehen sein sollten.

 

 

 

 

Anschließend kann die Basiskoloration der Mauerflächen erfolgen. Dafür sollte zuerst ein sehr dunkler Farbton verwendet werden, da so die Mauerfugen später am besten zur Geltung kommen.

Generell kann zur Kolorierung jede lösemittelfreie Farbe, wie z. B. Dispersionsfarbe, zum Einsatz kommen. Ich habe bei diesem Modell die Lasurfarbe von HEKI (Art.-Nr.: 7103) verwendet und leicht mit Wasser verdünnt aufgetragen.

 

 

 

 

 

Nachdem die Grundfarbe vollständig durchgetrocknet ist, kann mit der Hervorhebung der Mauersteine begonnen werden. Dazu wird hellgraue Farbe (hier HEKI 6600 "Straßenfarbe Beton") mittels Granieren aufgebracht. Beim Granieren wird die Farbe mit einem Borstenpinsel so lange auf einem Karton ausgestrichen, bis sie fast trocken ist. Erst dann wird die Farbe auf das Mauerwerk aufbebracht. So werden nur die Mauersteine betont und die Fugen bleiben dunkel.

 

 

 

 

 

Nun können die Bodenflächen vollendet werden. Dazu wird feiner Sand in vorher aufgebrachten Holzleim gestreut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem der Sand getrocknet ist, kann mit der Begrünung begonnen werden. Dazu werden im ersten Schritt kurze Grasfasern auf Bodenflächen und Mauerkronen büschelweise aufgebracht.

Grasfasern können von gut verfügbaren Herstellern wie FALLER, BUSCH und NOCH bezogen werden. Ich habe für dieses Modell Fasern von miniNatur der Firma Silhouette in den Farben "Sommer" und "Frühherbst" verwendet. Zum Befestigen eignet sich besonders der Gras-Kleber von NOCH (Art.-Nr.: 61130), da dieser auch das Begrasen mit einem Elektrostaten unterstützt.

 

 

 

Im letzten Schritt können durch Grasbüschel aus längeren  Fasern weitere Akzente geschaffen werden. Kleine Büsche und Sträucher, z. B. von POLAK,  sorgen für zusätzliches Grün.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun können auch schon die ersten Preiser-Ausflügler die "neue" alte Burgruine besuchen und vom Bergfried aus die herrliche Aussicht geniesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die fertige Burgruine soll in eine Klein-Anlage eingebunden werden, über deren Bau ich ebenfalls auf dieser Website berichten werde. Das hier gezeigte Modell und die Arbeitsschritte sollen Ihnen als Anregung dienen und müssen natürlich nicht sklavisch befolgt werden. Die Prinzipien lassen sich auch auf andere Maßstäbe anwenden und erlauben Ihnen die Gestaltung Ihrer ganz eigenen Burgruine oder einer kompletten Festung. Lassen Sie sich inspirieren und werden Sie ihr eigener "Burgherr".

Von Matthias Winkler

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